Sabbatical: Der Entspurt

So es geht gegen das Ende meines Sabbaticals! Noch sechs Tage und dann heisst es wieder:

“Guten Morgen Namics seit ihr auch schon lange da. Habt ihr auch so gut geschlafen? Na dann ist ja alles klar.”

Oje, wie ich mich freu! Julian ist momentan in der 55.ten Woche und das bedeutet:

Zickenterror am Arbeitsplatz.

Wer das sagt/schreibt? “Oje, ich wachse” und es trifft leider zu!!
Julian macht es mir recht einfach wieder ins Arbeitsleben zurück zu kehren. Schreien, toben, zornen, sich nach hinten werfen, … das ganz Programm!

“Lieber Alexander! In dieser Phase bringt deine Planung mal grad gar nichts!!! Die wirft Julian nämlich im Sekundentakt über Bord!! Jetzt zuhause sein bedeutet: Ruhig bleiben!?”

Es ist zum verzweifeln!!! Und ich habe an mir gezweifelt:

Mann, sieben Monate und was für ein Monster hast du erzogen!!! Keine Manieren (denn die Hand vor den Mund kann er immer noch nicht!!), ein kleines jähzorniges, tobendes Etwas!!

Doch die Gewissheit, dass es nur eine Phase ist, die wieder vorbei geht (laut Oje, ich wachse!) nimmt einem diese Sorgen wieder ab. Tja, und diese Woche muss ich noch durchstehen. Ab nächster Woche bleibt Lisa wieder zu Hause!

“Liebe Lisa: Ich wünsche dir viel Spass ;o)”

Namics! Ich komme!

Sabbatical geht zu Ende…

… oder vielleicht doch nicht?
Eigentlich sollte ende Dezember mein Sabbatical zu Ende gehen, doch die Projekte von Lisa ziehen sich noch ein bisschen hin. So bleibe ich auch noch im Januar zuhause und freue mich auf den gewonnen Monat, wenn ich auch die intellektuellen Gespräche oft vermisse. Klar suche ich Kontakt zu anderen Müttern um mich mit ihnen auszutauschen (Nein liebe Männer nicht so wie ihr denkt!!!), aber als Mann ist es doppelt schwierig. Geh mal als Mann in eine Frauengruppe und frag da eine Frau: “He! Hättest du Lust mit mir Morgen in der Stadt Kaffe trinken zu gehen?” (Und ihr wisst ja, was Kaffee trinken bedeutet!! Es ist purer Stress!!)

Jetzt hat die Frau wohl mehrere mögliche Gedanken:

  • “He Mann! Ich steh nicht auf dich! Lass mich in Ruhe!?”
  • “Hmmm, also mein Mann … ich weiss nicht …”
  • “Ich weiss nicht? Was denken wohl die Anderen darüber? Meine Familie? Meine Freundinen?”
  • “Ein Mann der zu Hause bleibt! Ach der ist ja sooo süess!? Wieso macht das mein Mann eigentlich nicht!?”
  • “Na klar! Der ist ja ratten scharf *grrrr*”

Die Letzte Antwort wäre ja jetzt wohl der liebste Gedanke! Aber man wär ja schon froh, wenn sie einfach ja sagen würde ohne gleich Angst haben zu müssen, dass ich Hintergedanken habe (die ich definitiv nicht habe), bzw. ohne gleich Angst haben zu müssen Wer jetzt wohl Was denkt.
Ergo: Der neu gewonnene Monat hat nicht nur positive Seiten: Noch ein Monat Kontaktsuche!?

Wie wenn das Leben als Haus-Papa nicht schon genug schwierig wäre!? Was meint ihr?

Sabbatical: Gesundheit

Ich war noch nie so viel verschnupft und hatte auch noch nie so lange Halsweh wie diese Jahr.
Ist es so, dass sobald man Kinder hat, dass dann die Wahrscheinlichkeit von Erkrankungen steigt?
Kann das jemand bestätigen? Oder bin ich einfach ein Sensibelchen? (Was ich bis jetzt nicht von mir dachte ;o)

Es ist auch so, dass der kleine die letzten paar Wochen krank war und was macht man, wenn der Sohnemann krank ist? Man geht nicht raus, weil man das Gefühl hat, dann erkältet er sich noch mehr. Klar war ich jeden Tag an der frischen Luft, aber trotzdem hat man ein schlechtes Gefühl. Das Ganze geht dann soweit, dass man sich vorkommt wie in Guantanamo. Ok vielleicht ein bisschen zu krass der Vergleich, aber man ist schon abgeschottet von der Aussenwelt und pflegt seine Kontakte nur noch über Facebook, Flickr und wie sie alle heissen, denn Mann will die anderen nicht anstecken. Es hat aber auch ein paar Vorteile zu hause zu bleiben: Der Stress vom “gemütlichen-Kafi-trinken” entfällt. (Siehe Sabbatical: Hausmännerarbeit)

Vor einigen Wochen war ich am “Frauen-Zmorge”. Es ist ein Treff für Frauen, bei dem man gemütlich beisammensitzen kann und (wie der Name schon sagt) “zmörgelet”. Zusätzlich gibt es einen Vortrag über irgend ein Thema. Das Thema an diesem Morgen war: “Gesunde Kinder dank natürlicher Pflege – Kneipp Super spannendes Thema: Wie kann ich das Immunsystem meines Kindes auf natürliche Weise fördern und wie kann ich mein Kind gesund machen, wenn es schon Krank ist!
Also hab ich viel über Wickel gelernt und da der Kleine ja Krank war auch gleich an ihm angewandt (und er lebt noch ;o) Erstaunlicherweise hat das wirklich funktioniert!?!? Kann also Kneippen nur wärmstens weiterempfehlen und wer Fragen oder Nebenwirkungen hat, soll bitte …. na ihr wisst schon.

Viel Spass beim Arbeiten ;o)

Sabbatical: Essen

Bis anhin war meine Devise:

Wenn der Mond zunimmt, nehm ich auch zu!
Wenn der Mond abnimmt, soll er doch!

Doch seit dem Sabbatical ist irgendwie alles anders!! Ende Juni hab hatte ich meinen letzten Arbeitstag und seit her gilt eher das umgekehrte Motto:

Wenn der Mond abnimmt, nehm ich auch ab!
Wenn der Mond zunimmt, soll er doch!

Im Jahr 2006 hab ich ja schon mal versucht abzunehmen. Aber ich musste mit schrecken feststellen, das der Blinddarm rausoperieren nicht die erhofften Pfunde zum schmelzen gebracht hat.
Aber jetzt, da ich mich täglich bewege oder auch täglich einige Stunden an der frischen Luft bin und da meine Wanderungen mache: Wow, das hilft!? Auch esse ich viel weniger! Denn ich hab nicht ne Design-Disco, die mich ständig mit Kalorien füttert, keine Kalorienstarken-Geburtstags-Mitbringsel-Meiner-Kollegen und auch sonst keine Kollegen, die mich mit Schoggi zufüttern, weil sie denken ich sei am verhungern. ;o)
Mal schauen, ob ich dem ganzen auch Widerstehen kann, wenn ich wieder zurück bin.

Auch das Essen für Julian ist so eine Sache: Man will ja ein guter Vater sein und möchte nur das Beste für sein Kind. Also steht man schon mal “mehr oder weniger gerne” 2-3 Stunden in der Küche und bereitet die kleinen Mahlzeiten (werden eingefroren) für seinen Sohn vor. Denn schliesslich hat man ja die Zeit ;o)

3kg Karotten
1.5kg Kartoffeln
500gr Blumenkohl
500gr Zuchetti
250gr Geflügelbrust
300gr mageres Rindfleisch

Danach hat man grad mal 35 Portionen zubereitet und denkt sich: Wieso mach ich mir den sch… Aufwand und kauf das Zeug nicht einfach im Coop oder Migros oder Drogerie!? Wenn man dann aber mal im Laden ist und sich die Preise anschaut, weiss man wieder wieso man es auch selber machen kann!? 2.50 Fr. für so ein kleinen 190gr. Glas!? Und es hat definitiv kein Gold drin!? Und dem Kleinen scheinen sie auch zu schmecken.

So genug für heute.
Wünsche allen viel Spass beim Arbeiten ;o)

Sabbatical: Hausmännerarbeit

Bei der Arbeit, habe ich mir immer wieder versucht vorzustellen, wie denn das sein wird, wenn ich zuhause bin und auf den Kleinen aufpasse. Jedenfalls hab ich es mir nicht so vorgestellt, wie es gekommen ist.
Hausfrauenarbeit ist ganz schön anstrengend!

Arbeit die zu erledigen sind:

  • Spielen mit dem Kleinen
  • Rausgehen mit dem Kleinen: z.B.: Spielplatz –> siehe oben
  • Brei kochen (könnte man auch mit kaufen einfacher haben –> aber teuer)
  • Kochen für mich und Lisa
  • Spielen mit dem Kleinen
  • Einkaufen, damit man was zum Kochen hat
  • Zahlungen tätigen
  • Spielen mit dem Kleinen
  • Waschen
  • Putzen
  • Spielen mit dem Kleinen
  • Aufräumen (ist nicht das gleiche wie putzen!!, denn putzen ist ~ einmal am Tag, aufräumen ist ständig)
  • Kaffee trinken gehen mit anderen Müttern und Vättern (Wobei die Mütter in der Überzahl sind, denn es gibt praktisch keine Väter, die so wie ich ständig zuhause sind!)

    Habt ihr gewusst, dass das Sagenumwobene Bild “Kaffee trinken” der Hausfrauen echte Arbeit ist? Ich habe mir immer vorgestellt: Gemütlich da sitzen und ein bisschen plaudern. Nix da! Das ist harte Arbeit.
    <–schnipp–>
    Wie geht’s dem Kleinen?
    *Julian zurechtweisen, weil er mal wieder ein Blatt der Dekoration abgerissen hat*
    Was kann deiner schon? Meiner kann schon …!
    * Julian zurechtweisen, weil er der Serviertochter um die Füsse streicht*
    Und was habt ihr am Wochenende gemacht?
    *Julian!! Bitte!!*

    <–schnapp–>

    Jetzt weiss ich wieso Frauen Multitaskingfähig sein müssen!!

  • Spielen mit dem Kleinen
  • Ab und an Facebook, Mails und RSS check
  • Wenn Julian schläft, dann macht man das auch, weil man einfach todmüde ist!?

“Spielen mit dem Kleinen” ist bewusst ein paar mal eingetragen, denn das ist nun mal die Hauptbeschäftigung.

Zusammenfassend:
Freizeit? Was ist das?
Frauen dieser Welt!! Ihr habt meinen höchsten Respekt!?

Lohnt sich ein Sabbatical?

Lange ist es her seit ich das letzte mal “gearbeitet” habe. Hmm! Ok, bei Namics gearbeitet habe! Denn seit dem 19. Juni bin ich im Sabbatical und “geniesse” die Zeit mit meinem Sohn Julian.

Ich werde in einer kleinen Serie mal meine Erkenntnisse, die ich in der Zeit gesammelt habe, in verschiedenen Themen niederschreiben. Ich werde mich jedoch so kurz wie möglich halten, denn ich will nicht lange am PC sitzen und ich will Euch nicht lange von der Arbeit/Freizeit abhalten ;o)

Heute: Lohnt sich ein Sabbatical?
Auf jedenfall!! Denn das Sabbatical hat mir die Chance gegeben viele schöne Momente, Erlebnisse und Einsichten zu erfahren.

  • Endlich kann ich mal den Alltagsstress des Geschäftes, den nervenaufreibenden Projekten und Meetings ablegen und mal “nichts” tun. Alles loslassen und keine Mails beantworten. Abstand zur Firma gewinnen.
  • Endlich muss ich mal nicht den ganzen Tag am PC sitzen. Und wenn ich denn schon am PC sitze, dann nur zu privaten Zwecken.
  • Der gewonnene Abstand zum Geschäft gibt mir Zeit über mein Leben nachzudenken und mich zu hinterfragen:
    “Was hab ich die letzten siebeneinhalb Jahre in der Firma gemacht? Hat sich der Einsatz gelohnt? Würde ich es wieder so machen? Was würde ich anders machen?”

    Es gibt sicher viel, dass ich anders machen würde, jedoch ist eines gewiss: Das Deutsche-Post-Projekt würde ich niemals hergeben. War die schönste Zeit bei Namics. Viele liebe Leute und die Liebe meines Lebens kennengelernt.

  • Der gewonnene Abstand zum Geschäft gibt mir Zeit über mein zukünftiges Leben nachzudenken und mich zu fragen:
    “Werde ich zurück gehen zu Namics? Was werde ich machen, wenn ich zurückkomme? Java? DotNet? Werde ich in den alten Trott gelangen? Will ich in den alten Trott gehen?”

    Um Gerüchte gleich aus der Welt zu schaffen:
    Ja ich komme zurück und werde weiterhin in der Java Welt bleiben!

  • Endlich kann ich mich auf meine Arbeit, die im Januar wieder beginnt, freuen!

UPDATE: Weiter zum zweiten Teil